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In den ersten beiden Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg haben einige Kreise und Städte in Westdeutschland Patenschaften für die pommerschen Kreise, Städte und teilweise auch Landgemeinden übernommen. Diese Patenstädte sind zum Zentrum der Begegnung der Pommern (außerhalb Pommerns) geworden - dort finden regelmäßig Treffen statt und dort wurden auch Sammlungen, Archive und Heimatstuben über die pommerschen Kreise und Städte eingerichtet und finanziell unterstützt.
Die Bestände dieser Heimatstuben, die teilweise noch recht jung sind2.57, sind sowohl vom Inhalt als auch vom Umfang her ganz verschieden - je nach Aktivität der Heimatkreise bzw. der Paten. In den Heimatstuben kann man beispielsweise die folgenden Dinge finden:
- Sammlungen von dinglichem Kulturgut mit Gegenständen und kulturellen Gütern der Kreise, die teilweise mit auf die Flucht genommen wurden z.B. Fluchtwagen, Pferdegeschirre oder sonstige Gerätschaften, auch Original-Trachten
- Modelle von Städten, besonderen Sehenswürdigkeiten oder auch Schiffen, die in mühevoller Handarbeit originalgetreu angefertigt wurden
- Literatur - Bücher oder andere Periodika über Pommern oder die einzelnen Kreise. Häufig sind auch die kompletten Heimatbriefe der Kreise dort vorhanden. Seltener sind alte, besonders wertvolle -weil (nahezu) einmalige- Zeitungen oder auch regelrechte Archivalien (Akten) in den Heimatstuben vorhanden.
- Photos - umfangreiches Bildmaterial, entweder Originalphotos, Kopien oder Ansichtskarten, die von den einzelnen Landsleuten gespendet wurde
- Sammlungen von z.B. Notgeld, Wappen, Münzen etc.
- Ortschroniken - viele Kreise sammeln auch handschriftliches oder zumindest ungedrucktes Material über die einzelnen Orte. In einigen Heimatstuben gibt es Ortschroniken, die von den Vertriebenen geschrieben wurden. Teilweise gibt es sogenannte Gemeindeakten, in die das Material (z.B. Artikel aus der Pommerschen Zeitung) einsortiert werden. In den gemeindebezogenen Unterlagen kann man z.B. Dorfskizzen, Einwohnerlisten oder manchmal auch genealogisch interessante Dinge2.58 finden. Im allgemeinen wird der Heimatforscher aber mehr interessante Dinge finden, als der Familienforscher, der nur nach speziellen Familien sucht.
Für jede Heimatstube gibt es Betreuer oder Kontaktpersonen, die den Zugang zur Heimatstube ermöglichen. Man sollte sich also zuerst mit diesen Leuten in Verbindung setzen.
Die Adressen der Heimatstuben und Kontaktpersonen kann man bei den einzelnen Heimatkreisen erfahren. Abgesehen davon gibt es eine sehr schöne Broschüre über die pommerschen Heimatstuben, das auch Photos und allgemeine Bestandsinformationen enthält. Obwohl es nicht mehr ganz aktuell ist, bleibt es doch empfehlenswert.
- [46]
- Matzenauer, Dieter (Bearb.): Lebendige Kultur - Ein Wegweiser zu pommerschen Heimatstuben, Sammlungen und Archiven. Hrsg. Pommerscher Zentralverband e.V. Lübeck: Pommerscher Zentralverband e.V., 1989. 96 S.
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© 1998 by Gunthard Stübs