next up previous contents
Next: Suchdienste und Karteien Up: Sonstige Archive Previous: Universitätsarchiv Greifswald

Deutsche Zentralstelle für Genealogie, Leipzig

Allgemeines

Am 1. Oktober 1967 wurde in Leipzig die ,,Zentralstelle für Genealogie`` (ZfG) mit dem Ziel gegründet, die in der damaligen DDR vorhandenen familiengeschichtlichen Sammlungen an einer Stelle zusammenzufassen. Zu den Aufgaben der ZfG gehörte u.a. die Sicherung, Erschließung und Auswertung des genealogischen Schriftgutes, um dadurch eine wissenschaftliche Forschung oder Unterstützung in genealogischen oder historisch-biographischen Untersuchungen zu ermöglichen. Dazu wurden der Zentralstelle u.a. 250 lfm. Archivalien des Reichssippenamtes2.51 aus den Beständen des Zentralen Staatsarchives der DDR in Potsdam (s. Bundesarchiv Berlin) übergeben.

Die Geschichte der Zentralstelle beginnt aber eigentlich schon 1946, als eine Sammelstätte aller aufgefundenen genealogisch relevanten Unterlagen unter dem Namen ,,Deutsches Archiv für Genealogie`` gegründet wurde. Später wurde die Sammlung dem Ministerium für Volksbildung der DDR unterstellt. Im Jahr 1950 mußten die Bestände an das Zentrale Staatsarchiv abgegeben werden und wurden dort von 1952-1965 als eigene Abteilung geführt. 1965 wurden die Bestände dann in das Landesarchiv Leipzig und 1967 an die Zentralle für Genealogie übergeben.

In den folgenden Jahren gelangten im Rahmen von Bestandsabgrenzungen mit anderen Archiven und im Zuge des Archivalienaustauschs mit der Republik Polen eine Reihe von Originalkirchenbüchern in das Archiv. In den Jahren 1975-1988 wurden die Filme in der Zentralstelle auf 35mm Rollenfilme umkopiert.

Ende 1990 wurde die Zentralstelle unter dem Namen ,,Deutsche Zentralstelle für Genalogie`` dem Sächsischen Innenministerium unterstellt und damit eine Abteilung des Sächsischen Staatsarchives Leipzig.

Bestände

Im Archiv befinden sich über 20.000 deutsche Kirchenbücher - davon 1.400 Kirchenbücher im Original, 2.500 Bände als analoge Kopien und 16.500 in Form von Kleinbildfilmen2.52. Eine Liste der dort vorhandenen pommerschen Kirchenbücher (resp. Filme) befindet sich in Anhang.

Ein weiterer wichtiger Bestand ist die ,,Ahnenstammkartei des deutschen Volkes``2.53 Die Ahnenstammkartei enthält ca. 6.000 Ahnenlisten, hauptsächlich aus der Zeit 1650-1800. Aus der Verkartung der Ahnenlisten-Inhalte sind ca. 1,3 Mill. Karteikarten vervorgegangen. In der Kartei sind ca. 40 % der Personen aus dem historischen Mitteldeutschland und jeweils ca. 15 % aus Ost- und Norddeutschland.

Im Archiv befindet sich ebenso ein Gesamtkatalog der Personalschriften- und Leichenpredigtensammlungen2.54 der 100.000 Personalschriften und Leichenpredigten auf ca. 150.000 Karteikarten nachweist. Der Katalog betrifft hauptsächlich protestantische deutsche Gebiete vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Neben den eigenen Leichenpredigten und Drucken wurden seit Bestehen der Zentralstelle für Genealogie 35 weitere - zumeist deutsche - Sammlungen verzeichnet.

Außerdem sind im Archiv ca. 90 genealogische Nachlässe vorhanden, davon betrifft z.B. der Nachlaß von Dr. med. Martin Bethe (1866-1956) Pommern.

Zusätzlich dazu besitzt das Archiv eine 22.000 Bände umfassende Spezialbibliothek mit allen wichtigen genealogischen Zeitschriften, Sammel- und Nachschlagewerken und ca. 700 Ortsfamilien-Büchern.

Adresse: Sächsisches Staatsarchiv Leipzig, Zentralstelle für Genealogie, Schongauer Str. 1, D-04328 Leipzig
Internet: http://www.archiv.sachsen.de/6319.htm

Literatur

[45]
Wermes, Martina (Bearb.): Bestandsverzeichnis der Deutschen Zentralstelle für Genealogie Leipzig. Teil I: Die Kirchenbuchunterlagen der östlichen Provinzen Posen, Ost- und Westpreußen, Pommern und Schlesien. Neustadt/Aisch: Degener, 1994. 2. Auflage. ISBN 3-7686-2063-8


next up previous contents
Next: Suchdienste und Karteien Up: Sonstige Archive Previous: Universitätsarchiv Greifswald
© 1998 by Gunthard Stübs