next up previous contents
Next: Lastenausgleichsarchiv Bayreuth Up: Bundesarchive und andere nationale Previous: Bundesarchiv Koblenz

Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde

Allgemeines

Das Bundesarchiv Berlin wurde erst 1996 gegründet bzw. bezog es dann die Gebäude in Berlin-Lichterfelde. An Beständen wurden die Abteilung Potsdam (vormaliges Zentrales Staatsarchiv der DDR), die Unterlagen des Berlin Document Centers (vormals selbständiges Archiv; s.u.), die Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR und Archivalien für die Zeit vor 1945 vom Bundesarchiv Koblenz übernommen.

Bestände

Das Archivgut betrifft also die zivilen Zentralbehörden des Deutschen Bundes und Deutsches Reich von 1867 an sowie des Gebietes des historischen Mitteldeutschland - die SBZ und DDR - von 1945 an. Aus der Zeit des ,,3. Reiches`` kann man dort u.a. Bestände der Reichsministerien oder auch Unterlagen der ,,Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung`` (1935-1944) (Stichwort: Peenemünde) finden. Daneben befinden sich noch Nachlässe, archivische Sammlungen u.v.m. im Archiv.

Das Spektrum der Archivalien ist sehr groß - man findet im Bundesarchiv z.B. Register jüdischer Gemeinden in u.a. Pommern aus dem 19. Jahrhundert oder Bestände wie ,,Katholischer Siedlungsdienst e.V., Freie Prälatur Schneidemühl`` (1930-1941).

An Beständen des ehemaligen Zentralen Staatsarchives der DDR sind besonders die Unterlagen des Reichssippenamtes (s. auch Zentralstelle für Genealogie) interessant. Direkt beim Reichssippenamt sind Unterlagen bei der Verzeichnung der Schriftdenkmäler entstanden. Darunter befinden sich z.B. Zählbögen für pommersche Gemeinden und Städte, die Angaben über (damals) vorhandene Kirchenbücher, Duplikate, Urkunden, Amtsbücher, Innungsschriftgut etc. enthalten.

Nicht beim Reichssippenamt entstanden, aber um 1940 (und 1983 ins Zentrale Staatsarchiv der DDR) wurden dorthin die Ergänzungskarten zur Volkszählung vom 17. Mai 1939 gebracht2.41. Hierbei handelt es sich um die Ergänzungskarte II, die bei der Volkzählung in sämtlichen Gemeinden von allen Bürgern ausgefüllt werden mußte und Informationen über die in den Haushalten lebenden Personen mit einigen persönlichen Angaben, wie Studium o.ä., enthalten. 2.42

Adresse: Bundesarchiv, Finckensteinallee 63, D-12205 Berlin
Internet: http://www.bundesarchiv.de/bundesarchiv/dienstorte/berlin_lichterfelde/index.html.de

Berlin Document Center

Allgemeines

Das ,,Berlin Document Center`` (BDC) unterstand vom Kriegsende bis 1994 dem Innenministerium (Department of States) der USA. Die Amerikaner haben sehr viele der dort befindlichen Unterlagen - sowohl unpersönliche, als auch personenbezogene - verfilmt und diese Filme in ihren Nationalarchiven deponiert.2.43 Im Jahr 1994 wurde das BDC vom Bund übernommen, in das Bundesarchiv eingegliedert und 1996 in das Bundesarchiv in Berlin-Lichterfelde überführt.

Bestände

Im BDC befinden sich sehr viele Unterlagen der NSDAP z.B. Akten der Partei-Kanzlei oder Personalunterlagen der Mitglieder. Darunter sind natürlich auch viele Unterlagen über pommersche Einwohner bzw. pommersche Parteimitglieder.

Bei den von den Amerikanern verfilmten Unterlagen befinden sich z.B. eine NSDAP Ortsgruppenkartei (2.275 Mikrofilmrollen), eine NSDAP Zentralkartei (3.167), NSDAP Anträge (120), eine NSDAP Parteizählung vom Juli 1939 (121), Unterlagen einer Einwohnerzentrale (8.403), Personalunterlagen der SA (716) und SS (2.816) oder Material der NS Frauenschaft (2.418). Für die Benutzung der Unterlagen im Bundesarchiv gelten natürlich die Bestimmungen des Datenschutzgesetzes.


next up previous contents
Next: Lastenausgleichsarchiv Bayreuth Up: Bundesarchive und andere nationale Previous: Bundesarchiv Koblenz
© 1998 by Gunthard Stübs