next up previous contents
Next: Handelsregister (Ulrich Lauer) Up: Gerichtsakten (Ulrich Lauer) Previous: Notariatsakten (Ulrich Lauer)

Nachlaßakten (Ulrich Lauer)

In den Nachlaßakten, die bei den Amtsgerichten (Nachlaßgericht) geführt wurden, findet man Testamente und Erbscheine. Diese Nachlaßakten sind für Familienforscher sehr gute Quellen. Die meisten Erbrechte beruhten auf verwandschaftlichen Beziehungen, die gegenüber dem Nachlaßgericht geltend gemacht wurden.

So ist bei der Beantragung eines Erbscheines oft eine Aufstellung über die Familienverhältnisse des Verstorbenen zu finden, in der auch vorverstorbene Familienangehörige genannt wurden. In Testamenten war es üblich, daß bei der Erbeinsetzung auch der Verwandtschaftsgrad genannt wird (z.B. ,,Ich setze meine Kinder namens Karl und Elisabeth zu Erben ein``). Im Testament wurden zur eindeutigen Bezeichnung des Testators oft auch die Namen der Eltern, der Geburtstag und -ort genannt. So kann man unter Umständen eine Familie über drei Generationen nachverfolgen.

Die Nachlaßakten sind oft über viele Jahrzehnte aufgehoben worden, so daß durchaus Akten aus dem 19. Jahrhundert vorhanden sein können. Die Zuständigkeit eines Nachlaßgerichtes richtet sich immer nach dem letzten Wohnsitz des Erblassers.

Testamente

Es gibt öffentliche Testamente (durch Notar beurkundet) und privatschriftliche (eigenhändig geschriebene Testamente). Nach dem Todesfall des Erblassers werden Testamente in den Nachlaßakten verwahrt.

Erbscheine

Erbscheine sind amtliche Urkunden über die Erben (mit Anteil) eines bestimmten Erblassers und werden i.a. benötigt, um im Rechtsverkehr das Erbrecht nachzuweisen (z.B. gegenüber dem Grundbuchamt oder Banken). Erbscheine stellt das Nachlaßgericht aufgrund eines Erbscheinsantrags (Notariatsurkunde) aus.


next up previous contents
Next: Handelsregister (Ulrich Lauer) Up: Gerichtsakten (Ulrich Lauer) Previous: Notariatsakten (Ulrich Lauer)
© 1998 by Gunthard Stübs