Pommersche Landesgeschichte

Pommern im 13. Jahrhundert


um 1200
Zweites Domkapitel in Pommern errichtet. (Kolberg) Hat nicht lange bestanden [7/I, S. 95]

kurz nach 1205
Bischof Sigwin von Kammin leistete dem Magdeburger Erzbischof den Suffraganeid. [2, S. 350]

1207 Anf.
Der Gnesener Erzbischof Heinrich Kietlicz protestierte gegen die Exemtion des pommerschen Bistums. Papst Innocenz III ermahnte die pommerschen Bischöfe die Oberhoheit Gnesens anzuerkennen. (5.1.1207) [2, S. 419f]

1208
Intitulatio der Camminer Bischöfe: "Caminensis episcopus" [2, S. 298]

1213
Markgraf Albrecht II. von Brandenburg eroberte Pasewalk und Stettin. Bogislaw II. unterwarf sich. [7/I, S. 92]

1214
Kaiser Friedrich II. verzichtete gegenüber Dänemark auf die Länder nördlich der Elde und Elbe. Die päpstliche Bestätigung erfolgte 1216 und 1217. [12, S. 16]

1215 Juni 26
Herzog Kasimir II. von Pommern nannte sich: "Kazimarus, Pomeranorum dux Leuticiorum Princeps". PUB I 125

1216
Erstmalige Erwähnung eines Hofamtes (Truchseß) PUB I Nr170 zitiert bei 98

1216 Feb.3
Papst Innocenz III. ermahnte den Bischof von Cammin und das Domkapital zur Einhaltung des Suffraganeides von 1205 gegenüber dem Magdeburger Erzbischof. (Auf Klagen des Erzbischofs) [2, S. 352]

1217 März
Papst Honorius III. bestätigte die exemte Stellung des Bistums Cammin. [2, S. 352]

1220
Der Askaniermarkgraf Albrecht II. ist gestorben. Er hinterließ unmündige Söhne. [43, S. 50]

1221 Nov.24
Vertrag Wizlaws I.von Rügen mit Bischof Brunward v.Schwerin über die Verteilung des Zehnten im Land Tribsees: Der Vertrag läßt Siedlungsmodalitäten erkennen: 1.Deutsche u.Slawen siedeln zusammen.(z.B. eingegangenes Dorf Szarnekevitz bei Barth)(PUB 2/633) 2.Nach Umsiedlung von Slawen entwickelten sich auf deren Land rein deutsche Dörfer. 3.Deutsche legen neue Dörfer auf gerodetem Land an.(PUB 1/208) [85, S. 36]

1223
Magdeburger Erzbischof erreichte beim Papst Honorius III. ein Gehorsamsmandat an die pommmerschen Bischöfe und das Dom kapitel. Er ernannte 2 Äbte u. einen Probst zur Exekution des Auftrags. [2, S. 353]

1224 Juli 7
Gründung des Prämon stratenser Nonnen klosters Marienbusch in Treptow/R. [62, S. 155]

1225
erstmalige Erwähnung eines Vogtes im Fürstentum Rügen (PUB I Nr 226) und einer advocatia in Pommern (PUB I 227)zit.bei 98

1225 Nov.17
Waldemar II.von Dänemark ver zichtete auf alle Wendenländer außer Rügen. (Insel und festländische Teile) [12, S. 17]

1227 Juli 22
Schlacht bei Bornhoeved: Sie markiert das Ende der Dänenherrschaft. Markgrafen von Brandenburg verhielten sich neutral. [43, S. 50]

um 1228
Gründung eines Dominikanerklosters bei Cammin [62, S. 175]

1228 Juli
Gehorsamsmandat Papst Gregors IX. an Kamminer Bischof u. Domkapitel gegenüber Magdeburg [2, S. 353]

1228
Pommern eroberten Wolgast von den Dänen zurück. [43, S. 53]

1228
Erstmaliges Auftreten eines deutschen Ritters als Zeuge in einer Urkunde (PUB I Nr 248) zit. bei 98

bis 1230
Die Camminer Bischöfe konnten ganz Circipanien und das Kollegiatstift Güstrow unter ihre Hoheit bringen. [2, S. 300]

um 1230
Beginn der verstärkten deutschen Besiedlung Pommerns unter Barnim I. 67

1231 Nov.
Gründung des Cistercienserklosters Neuenkamp. [62, S. 162]

1231 Dez.
Kaiser Friedrich II. übertrug Brandenburg die Lehnsherrschaft über Pommern. [43, S. 53]

1233
König Waldemar II. von Dänemark nahm Demmin kurzzeitig ein. [7/I, S. 97]

1234
Mit Hilfe Lübecks erhielt Wartislaw III Demmin zurück. [11, S. 14]

1234
Die pommerschen Herzöge befreien Lübecker Kaufleute von allen Abgaben beim Handel. [122, S. 159 ]

1234
Bahn erhielt Stadtrecht. 92

1234
Stralsund erhielt Stadtrecht. 92

1234 Ende
Gründung der Stadt Prenzlau durch Barnim I. (früheste Stadtgründung Barnims) Die Urkunde enthält eine Erklärung Barnims, daß er beschlossen habe, Städte zu gründen. (PUB 12 Nr. 308 a) [85, S. 41]

1235
Verlust des Landes Wolgast an Wizlaw von Rügen [7/I, S. 98]

1236 Juni 20
Vertrag von Kremmen: Wartislaw III erkannte Lehnsabhängigkeit von Brandenburg an. Der Demminer Herzog trat das Gebiet des späteren Mecklenburg-Strelitz ab.(PUB Bd.1 Nr.334) [15, S. 5]

1237
Gründung eines Heilig Geist-Hospitals in Stettin (Aufnahme und Versorgung vor allem von erkrankten Fremden) weitere Erwähnungen: bei Heyden, Kirchengeschichte 2.Aufl. S.170 [89, S. 31ff]

1237 Dez.28
Herzog Barnim I. kündigte an, in Stettin die Gerichtsbarkeit den Deutschen zu unterstellen. Er regelte den Besuch der Kirchen. (Deutsche sollen die Jakobikirche, die Sla wen die Petrikirche benutzen). Er übertrug dem Kloster Michelsberg bei Bamberg das Patronat über die slawische Petrikirche und über alle in Zukunft zu erbauenden Pfarrkirchen. (Später Anlaß für Streitigkeiten) [60, S. 318ff]

1238 Jun.-Nov.
Feldzug der Pommernherzöge gegen Swantopolk von Pommerellen. Swantopolk verglich sich am 11.6.1238 mit dem Deutschen Orden [12, S. 23f]

1238- 1247
Versuche Barnims I. zur Eroberung der schlesischen Burg Zantoch gescheitert. [12, S. 27]

um 1240
Gründung eines Franziskanerklosters in Stettin [62, S. 173]

1240 Apr.24
Im Kloster Stolpe (Peene) schloß Barnims I mit dem Bistum Cammin einen Vertrag: 1.Barnim tauschte dem Bistum Gründungseinkünfte aus Tabernen, Märkten, Münzen und Zöllen in eine jährliche Geldrente um. 2.Barnim nahm Einnahmen aus dem Bischofszehnten von 1800 Hufen und einen Anteil am Schmalzehnten neu zukoloniesierender Landschaften vom Bischof zu Lehen. 3.Barnim übertrug dem Bischof das Land Stargard und einige kleinere Gebiete zu vollem Recht und Eigentum. Der Vertrag enthält auch die Namen slawischer Lokatoren. [2, S. 290]

um 1242
Auftauchen der Franziskaner in Greifswald [62, S. 174]

1242
Loitz erhielt Stadtrecht. 92

1243
Gründung eines Cistercienser Nonnenklosters in Stettin (Gründer Barnim I) [62, S. 166]

1243
Stettin erhielt Stadtrecht. 92

1245
Das ursprünglich vor 1200 bei Altentreptow gegründete Benediktiner Nonnenkloster wurde nach Verchen verlegt. [62, S. 156]

1246
Die Camminer Bischöfe konnten ihre Diözese auf Gebiete der Markgrafen ausdehnen. (Länder Chinz und Zehden) [2, S. 300 ]

1247-1250
Barnim I. kämpfte mit Polen um die Länder Stolp und Schlawe [7/I, S. 98]

1247
Papst Innocenz IV. prüfte, ob es günstiger ist, Lübeck oder Cammin zum Erzbistum zu erheben. Frage blieb unentschieden. [2, S. 284]

1248
Nonnenkloster Marienfließ bei Stargard gegründet. [62, S. 167]

1248 Okt.7
Der Bischof von Cammin tauschte das Land Stargard gegen die Hälfte des Landes Kolberg ein. [2, S. 290]

1249
Gartz/O erhielt Stadtrecht . 92

um 1250
Gründung des Augustiner Eremiten-Klosters in Pyritz [62, S. 177]
Gründung des Cistercienserklosters Buckow [62, S. 165]

1250
Vertrag von Hohenlandin bei Schwedt/Oder: Barnim I. gab für den Verzicht brandenburgischer Erbansprüche die Uckermark auf. Barnim I. und Wartislaw III. nahmen die Belehnung zur gesamten Hand durch Brandenburg entgegen. [12, S. 21]

um 1250
Baubeginn der Greifswalder Marienkirche [68, S. 44]

1250
Greifswald erhielt Stadtrecht. 92

1251
Gründung eines Dominikanerklosters in Stralsund [62, S. 176]

1253
Stargard erhielt Stadtrecht. 92
Barnim I. verbietet fremden Kaufleuten in der Zeit von der Ernte bis Ostern in seinem Herzogtum P.-Stettin Getreide aufzukaufen. [122, S. 159]

1254
Gründung eines Dominikanerklosters in Greifswald [62, S. 176]
Bau eines Franziskaner klosters in Stralsund [62, S. 174]
Greifenhagen erhielt Stadtrecht. 92

1255
Barth erhielt Stadtrecht. 92
Kolberg erhielt Stadtrecht. 92

1255
Barnim I.erstellt in Stettin eine Zollrolle für 53 Handelsgüter. [122, S. 158]

1255 u. 1269
Ausübung der Lehenshoheit Brandenburgs über Pommern: Bestätigung eines Vertrages zwischen Barnim I. und dem Bischof von Cammin, 1269 Bestätigung für einige Dörfer und Patronate durch Brandenburg. [12, S. 22]

1255
Die Markgrafen erkannten das Eigentumsrecht der Camminer Bischöfe an dem von den pommerschen Herzögen übertragen Gebieten an. [2, S. 294]

1255
Kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Barnim I. und Johann I. von Brandenburg. [12, S. 29]

1258
Damgarten erhielt Stadtrecht. 92

1259
Wartislaw III. verbündete sich mit dem polnischen Herzog Boleslaw gegen Swantopolk zur Erlangung des Erbes der Ratiboriden. Eroberung von Stolp. Rückeroberung durch Swantopolk. [12, S. 24]
Wolgast erhielt Stadtrecht. 92

1260
Ein Kloster der Augustiner Chorherren bei Ueckermünde gegründet [62, S. 169]
Altdamm erhielt Stadtrecht. 92
Pölitz erhielt Stadtrecht. 92

1261 Dez.2
In einem Privileg Barnims I. an Stettiner Bürger wurden wahrscheinlich erstmals Juden in Pommern erwähnt. [52, S. 110]

1263
Pyritz erhielt Stadtrecht. 92

1264 Juni 26
Barnim I. verwies Juden aus Greifswald. [52, S. 111] 1289: durch Erlaß Bogislaws IV. wurde der Aufenthalt wieder erlaubt. [52, S. 113]

1266
Köslin erhielt Stadtrecht. 92

1266 Jan.10
Tod Swantopolks Im August übte Barnim I. Hoheitsrechte im Land Schlawe aus. Sept. Weitermarsch ins Land Stolp. [12, S. 25f]

1268
Gollnow erhielt Stadtrecht. 92

um 1270
Ein Augustiner Eremiten-Kloster wurde in Stargard gegründet. [62, S. 178]
Franziskaner ließen sich in Pyritz nieder. [62, S. 175]

1272
Gründung eines Dominikanerklosters in Pasewalk. [62, S. 176]

1273 März
Einfälle des Markgrafen von Brandenburg in die Länder Stettin und Pyritz [12, S. 30]

1274
Cammin erhielt Stadtrecht. 92

1276
Erstmalige Erwähnung der Stralsunder Nikolaikirche. 91/1.T./12

1277
In Kolberg wurde ein Benediktiner-Nonnenkloster gegründet. [62, S. 157]
Treptow/R. erhielt Stadtrecht. 92
Plathe erhielt Stadtrecht. 92

1277 Juni 18
Die Markgrafen von Brandenburg übernahmen vom Rügenfürsten Wizlaw II 319 Mark Schulden bei Magdeburger Juden. [52, S. 112]

ab 1278
Erwähnung des Stralsunder Rathauses Schaugiebel ab 1316 [90, S. 83]

1278
Gründung eines Dominikanerklosters in Stolp [62, S. 177]
Massow erhielt Stadtrecht. [92]

1278 Juni 5
Gründung eines Nonnenklosters in Köslin [62, S. 167]

1278
Meister Rumsland, ein Minnesänger am Hof Barnims I., starb. 69

1278
Erste Erwähnung eines Leprosenhauses in Stralsund; Weitere: bei Heyden,Kirchengeschichte 2.Aufl. S.172 [89, S. 31]

1278 Juni 1
Barnim I. erhielt das Land zwischen den Ihnaarmen vom Markgrafen von Brandenburg zu Lehen. Barnim versprach Beistand gegen den Erzbischof von Magdeburg. [12, S. 30]

um 1281
Das Prämonstratenser Nonnenkloster Stolp wurdegegründet. [62, S. 155]

1283 Juni 13
Landfriedensbündnis gegen den brandenburgischen Markgrafen in Rostock geschlossen. Die Landesherren gestatteten den Städten Lübeck, Wismar, Rostock, Stralsund, Greifswald, Demmin, Anklam und Stettin zum gegenseitigen Schutz Bündnisse zu schließen und in wichtigen Landesangelegenheiten mitzusprechen. [59, S. 8]

1283 Juli 4
Der pommersche Herzog bat Lübeck um Hilfe gegen Brandenburg. [7/I, S. 119]

1283 Okt.28
Brandenburg eroberte Stargard und besetzte die Umgebung der Stadt.Einige pommersche Adlige schlossen sich den Märkern an. [7/I, S. 119]

1283/ 84
Pommern kämpfte gegen den Markgrafen um die Städte Stargard, Gartz, Greifenhagen mit Hilfe Lübecks. [7/I, S. 119]

1284 Aug.13
In Vierraden wurde der Krieg zwischen Pommern und der Mark Brandenburg durch Vermittlung König Rudolfs beendet. Auf Seiten Pommerns kämpfte auch das Fürstentum Rügen. [39, S. 58 ] Pommern zahlte Kriegsentschädigung, die Mark gab besetzte Burgen zurück. Es wurde ein Schiedsgericht eingesetzt. [7/I, S. 119]

1288 Feb.20
Gründung des Nonnenklosters in Wollin. [62, S. 168]

um 1289
Franziskaner ließen sich in Greifenberg nieder. [62, S. 175]

1289 März26
Vertrag zwischen Wizlaw II von Rügen und dem brandenburgischen Markgrafen (PUB III Nr. 1500)

1290
Brandenburg verzichtete endgültig auf lehnsrechtliche Ansprüche über das Land des Kamminer Stifts. [2, S. 295]

1295 Juli 1
Nach dem Aussterben der pommerellischen Herrscher erfolgte eine Teilung Pommerns in ein Herzogtum Wolgast und ein Herzogtum Stettin. Die Grenze verlief in Ost-West-Richtung entlang der mittleren Peene und der Ihna.(Wolgast nördlicherTeil, Stettin südlicher Teil) [7/I, S. 123]

1296
Gründung des Cistercienserklosters Hiddensee [62, S. 164]

1297
Dramburg erhielt Stadtrecht.[92]

1298
Usedom erhielt am 23. Dezember lübisches Stadtrecht.([92])

1298
Angriff Bogislaws IV. und Polens auf die Mark. Die Länder Arnswalde und Bernstein wurden verwüstet. [7/I, S. 125 ]
Marienkirche in Stralsund erstmalig erwähnt. 91/1.T/29

1299
Belgard erhielt Stadtrecht.[92]


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