Fragen der Blankenseeschen Hufenklassikation 1717/19[1]


  1. Wieviel Bauern, Kossäten und Hufen sind vorhanden? Was ist an Winter- und Sommerkorn ausgesät und wieviel davon wieder geerntet worden?

  2. Ob die Höfe im Dorfe verpachtet, auf Dienstgeld gesetzt oder beim Ackerwerk oder Rittergut seien und was von jedem Hofe an Abgaben entrichtet wird.

  3. Ob die verpachteten Höfe und Hufen so gut seien wie die, davon Dienste getan werden, ob Hofwehr dabei sei und ob die Gebäude ihre eigenen oder der Herrschaft gehörig seien.

  4. Wie lange sind die wüsten Bauernhufen beim Ackerwerk oder Herrenhof gewesen?

  5. Welche Dienste werden vom Bauer- und Kossätenhuf zu Fuß und mit Anspannung geleistet? Wann muß der Bauer auf den Dienst kommen und wie lange arbeiten? Welches Dienstgeld wird gegeben, wenn der Bauer nicht dient?

  6. Betrifft Fuhren nach großen Städten, was dabei aufgeladen werden muß und was sie dafür erhalten.

  7. Ob der Bauer ein gewisses Land bestellen müsse oder tun, soviel er könnte.

  8. Wieviel Scheffel Roggen der Bauer aufladen müsse, wenn er zu Dienst nach der Stadt fährt.

  9. Ob der Bauer bei den Diensten von der Herrschaft gespeist werde oder ob er Deputat bekomme.

  10. Ob der Bauer oder Kossät die Kontribution, Marsch- und Einquartierungskosten ganz oder nur etwas zu Hülfe gebe, ob Auf- und Abzugszehnten, bei Todesfall das beste Pferd usw. gegeben wird.

  11. Ob der Pächter außer Pacht und Dienstgeld sonst noch etwas der Herrschaft geben oder Dienste tun müßte.

  12. Ob das Land gut, mittelmäßig oder schlecht sei.

  13. Betrifft Wiesenwachs, Weide und Viehzucht. Ist Bienenzucht, Holz, Torf, Fischerei oder sonstiges Nebeneinkommen vorhanden?

  14. Ob sie soviel Pferde und Vieh aufziehen können, als sie zu ihrem Gebrauch nötig haben.

  15. Ob jeder Bauern noch sein volles Land zu seinem Hofe habe, so von alters dazu belegen gewesen.

  16. Ob der Bauer die Dienste, die er oder seine Vorfahren getan, noch oder mehr tue.

  17. Ob die Herrschaft von den steuerbaren Hufen, so beim Herrenhofe oder Ackerwerk sein, auch die Marsch- und Standquartiere der Dragoner nach proportion der Hufen mittrage.

  18. Ob sie auch dasjenige, was wegen der Marsch- und Standquartiere der 7 Wintermonate für eines Dragoners Hartfuttergeld (je Monat 1 Tlr. 23 gr., tut in 7 Wintermonaten 13 Tlr. 17 gr.) von jedem Dragoner gut getan wird, jederzeit bekommen.

  19. Ob die Herrschaft den Bauern wegen der durch Lustration abgenommenen Hufen auch an Diensten, Kontribution oder sonsten was gut getan, oder ob sie solchen Vorteil für sich alleine behalten.

  20. Ob die Herrschaft bei Mißwachs ihnen an Diensten, Dienstgeldern, Pächten etwas verlassen hat und wieviel.

  21. Wieviel Vieh kann der Bauer ausfüttern?

  22. Ob die Herrschaft den Bauern öfters oder jährlich mit Vieh, Saat- und Brotkorn helfen müsse.

  23. Ob sie es der Herrschaft wiedergeben mit oder ohne Interessen.

  24. Ob auch Instleute bei den Bauern einliegen und wieviel.

  25. Ob von den Bauernhöfen Riepen- oder anderes Korn, Beedemünze, Silberzins oder Blockfuhren an die königlichen Ämter gegeben werden müssen.


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